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Blattzeitüberraschung
Am 9. August blattete ich in einem Revier nahe Neu Brandenburg, Müritz, in einem feuchten moorigen Walödstück, das nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen an vielen Stellen unter Wasser stand. Hierdurch hatten sich durch etwas höher gelegene Stellen zwangswechselähnliche Erhöhungen gebildet, die die Auswahl des Blattstandes erleichterte. Ich saß auf einem Baumstumpf, der Hund lag neben mir, der Wind wehte uns entgegen auf eine vor wenigen Wochen entstandene Wasserfläche. Von dort war kein Rehwild zu erwarten.Nach meinen ersten Fieptönen erschien ein Jährlingsbock, verhoffte auf 40, 50 Gänge und ließ sich von mir und Diva, meiner Hündin in Ruhe beobachten.Abwechselnd schaute ich zu dem jungten Bock und zu der Hündin, die gebannt ebenfalls zu dem Reh starrte.Plötzlich ließ ihr Interesse nach. Gebannt schaute sie nach rechts, meine Blicke folgten den ihrigen, ich vernahm leises Rascheln und dann bewegte sich der grüne Unterwuchs aus Brennnesseln, Springkraut und allerlei Beerengerank.Als ich wieder einmal zu Diva schielte, bebte sie am ganzen Körper, blickte nicht zum Bock, der scheinäsend immer wieder aufwarf und zu uns her äugte, sondern zu dem Gestrüpp nach rechts, aus dem plötzlich der kleine, gestreifte, waschbärähnliche Kopf eines Marderhundes auftauchte.Intensiv windete der Enokam Boden, näherte sich auf knapp zehn Meter, äugte minutenlang zu uns her und verschwand, als der Hund leise quiemte.ich hatte den Eindruck, der Neubürger aus dem Osten war ebenfalls auf mein Blatten zugestanden.


